Bau eines Wasserspeichers in San José Esteros / Paraguay
Der Wassermangel
In Paraguay an der Grenze zu Argentinien befindet sich die indigene Gemeinde San José Esteros. Die meisten der 600 Einwohner:innen vom Volk der Nivaclé haben nur eine geringe Bildung. Erwerbsmöglichkeiten gibt es nur wenige und Landwirtschaft ist dort nur eingeschränkt möglich.
Aber die schlechte Wasserversorgung gehört zu den größten Bedrohungen für diese Menschen: Das Grundwasser ist größtenteils versalzen und deshalb nicht nutzbar. Das Regenwasser, das in der Regenzeit in großer Menge fällt, versickert und verdunstet. In der Trockenzeit ist Wasser durch den Klimawandel so knapp, dass die Menschen schon fast hätten ihre Heimat verlassen müssen. Wenn Wasser verfügbar ist, dann ist es oft von schlechter Qualität, dass es kaum als Trinkwasser verwendbar ist.
Insgesamt sind in der aktuellen Situation Gesundheit, Lebensqualität und Zukunftsaussichten der Bevölkerung erheblich gefährdet.

Das Projekt
Den Menschen entscheidend helfen kann ein Wasserspeicher in Form eines unterirdischen Sees. Wasser wird künftig in der Regenzeit gefiltert und dort gespeichert, damit es auch noch in der kritischen Trockenzeit verfügbar ist. Der Speicher hat ein Fassungsvermögen von ca. 2 Mio. Litern Wasser – das ist pro Person ca. 1 Eimer Wasser / Tag.
Was kann man sich unter einem „unterirdischen See“ (Tajamar) vorstellen? Er besteht aus einem Becken, das etwa 4 m tief, 50 m lang und 25 m breit sein wird. Das Becken wird mit Kies gefüllt.

Das Regenwasser fließt aus einer Fläche, die um das Becken herum geschaffen wird, in die Zwischenräume des Kieses und wird dort gespeichert. Nach unten wird das Wasser mit einer Folie vor dem Salz aus dem Boden geschützt, nach oben halten große Steine und die darunterliegende Sandschicht grobe und feine Verschmutzungen zurück. Das Regenwasser sickert durch die Schichten und fließt dann durch das Geotextil (wasserdurchlässig) in den unterirdischen See. In der Trockenzeit können die Menschen der Gemeinde mithilfe einer solarbetriebenen Pumpe das lebensnotwendige, saubere Wasser wieder entnehmen.
Unser Partner
Ingenieure ohne Grenzen e.V. ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unterstützen sie Menschen im Globalen Süden, wo technische Hilfe benötigt und sinnvoll umsetzbar ist. Der Fokus liegt dabei auf Wasser, Energie, Sanitärversorgung, Bildung und Schulen. Um das Projekt in Paraguay kümmert sich ein eigenes Projektteam von Spezialisten mit Kompetenzen im Bereich „Wasser“.

Die lokale Partnerorganisation Tierra Libre ist eine registrierte NGO, die sich für die Rechte und Entwicklung indigener Gemeinschaften in dieser Region Paraguays einsetzt. Dabei engagiert sie sich mit eigener fachlicher Expertise auch für Umweltschutz und die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser.
Ingenieure ohne Grenzen will gemeinsam mit Tierra Libre im Jahr 2027 in der Gemeinde San José Esteros aus den Spendengeldern des Hungermarsches den geplanten Wasserspeicher bauen. Die lokalen Partner werden für den Bau und die Wartung des Wasserspeichers geschult. Vorbereitet wurde das Projekt durch eine Erkundungsreise im Jahr 2024. Die technische und organisatorische Planung ist bereits weit fortgeschritten.
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