Quelle: https://www.wochenblatt-reporter.de/boehl-iggelheim/c-lokales/48-oekumenischer-hungermarsch-fuer-burundi_a501163

Böhl-Iggelheim. Am frühen Morgen des 8. Oktober machten sich etliche Böhl-Iggelheimer und auch Auswärtige auf den Weg zum Iggelheimer Naturfreundehaus. Dieses Jahr war der Start des Ökumenischen Hungermarsches also hier im Wechsel mit dem Behler Haisl. Das Wetter kam auch im Laufe des Vormittags mit sommerlichen Temperaturen daher; zum Start trug so mancher noch seine kuschelige Daunenjacke.
Man war hier schon fleißig gewesen und hatte die Buden alle bestückt. Da wäre einmal die Anmeldung mit Spenden bei Burkard Grüninger, daneben gab es den Verkostungsstand mit Tee, gespendeten Äpfeln (vom Obsthof Engel und Hass aus Böhl-Iggelheim), Brezeln und belegten Brötchen. Das grüne Band der Sympathie bekam jeder Teilnehmer/Teilnehmerin ums Handgelenk, sogar die Hunde waren davon nicht
ausgenommen. Einen Stand mit Waren aus Burundi hatte Herr Winkler unter sich und nebenan konnte man einmal sehen, wie die Bevölkerung in Burundi sich die Zeit vertreibt und selbst Hand anlegen und versuchen einen Fußball selbst zu machen. Das Haupttransportmittel dort ist entweder ein Fahrrad oder man trägt die Waren zu Fuß auf dem Kopf. Beides wurde hier rekonstruiert und ein Parcours aufgebaut,
den es galt, mit voll beladenem Fahrrad zu überwinden, was oftmals in Gelächter endete. Knapp 10 Fußbälle wurden bis 11.30 Uhr schon gebastelt. Auch Steine werden zum Spielen verwendet, da die Bevölkerung ja nichts anderes hat. So bekam man einen kleinen Einblick in das Leben der Ärmsten in diesem Lande. Noch einen Stand hatte der Weltladen Schifferstadt hier.
Wie jedes Jahr eröffneten und begleiteten die Musiker David und Alice Müller die Hungermarsch-Andacht. HUMA-Vorsitzender Bernd Kiefer begrüßte die zahlreich erschienenen Wanderer und im Besonderen Alexander Winkler und Jürgen Burst vom Kinderwerk Lima e.V. sowie den
burundischen Freund Venuste. Sie sollten auch gemeinsam mit dem HUMA-Team, quasi als Novum, die Andacht feiern. Es folgte ein allgemeiner Gesang mit „Danke für diesen guten Morgen“. Dann hatten die beiden Theologen das Wort. Vom Kinderwerk Lima Deutschland war der Theologe Alexander Winkler hier, der gemeinsam mit dem Koordinator von Burundi Herrn Venuste den Morgen gestaltete. Dieser erzählte ein wenig über seine Heimat, dass er verheiratet ist und vier Kinder hat. Er las in Englisch aus „Jesaja 49“ und Herr Winkler übersetzte ins Deutsche. „Mein Name ist in Gottes Hände geschrieben“ betonte er. Uns geht es gut hier und wir hier in Böhl-Iggelheim können Gutes tun für Burundi. „Nun danket alle Gott!“ war der Abschluss und die Gebete folgten. Bernd Kiefer bedankte sich noch beim Pächter des Naturfreundehauses, Herrn Götten, für die Zurverfügungstellung des Geländes, beim Ehepaar Müller für die musikalische Begleitung und verwies die Teilnehmer*innen an die Schranke, wo der „Startschuss“ gegeben würde. Wir helfen damit Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt dabei, schon bald ein großes Ziel zu erreichen, denn „Wir wollen sie auf ihren eigenen Flügeln fliegen lassen.“
Den Hungermarsch führte wieder Bürgermeister Peter Christ mit Ehepaar Hasenstab an. Wir entschieden uns für den Familienweg über 5 Kilometer anstatt der 10 Kilometer langen Strecke. Wir begegneten Conny Grüninger, die die Nachfolge für die fotografische Homepage des Vereins Ökumenischer Hungermarsch Böhl-Iggelheim e.V. nach 45 Jahren von Reinhold Saur übernommen hat. Das Ehepaar Huwe (beide 85 Jahre), das seit der ersten Stunde im Jahre 1972 dabei ist, hatte es vorgezogen, nur helfend und nicht wandernd dabei zu sein. Am Ende konnte man beim diesjährigen Hungermarsch ca. 260 Teilnehmer begrüßen.
Das Projekt 2023 hieß „Zukunft für ein ganzes Dorf“. Die Republik Burundi liegt am Tanganjikasee in Ostafrika. Mit 12 Millionen Einwohnern auf 28.000 Quadratkilometern Fläche ist es kleiner als Baden-Württemberg und einer der kleinsten Staaten Afrikas. Laut Welthunger-Index, Human Development Report, ist Burundi eines der ärmsten Länder der Welt. Rund 70 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, 54 Prozent der Kinder unter fünf Jahren gelten als unter- oder mangelernährt. Nirgendwo in der Welt leiden mehr Menschen an chronischer Unterernährung. Gleichzeitig bekommt Burundi im internationalen Vergleich die geringste Aufmerksamkeit.
Das christliche „Kinderwerk Lima“ mit Sitz in Heidenheim/Brenz wurde 1968 gegründet. Das Kinderhilfswerk führt aktuell fünf Schulzentren für rund 5.500 bedürftige Kinder in Südamerika und eine Schule in Burundi.
Die Spenden konnte man vor Ort in einem Umschlag eintüten und zwecks Spendenbescheinigung mit Namen versehen, und man darf sicher sein, dass das Geld zu 100 % bei dem Projekt ankommt. Nähere Informationen unter www.hungermarsch-boehl-iggelheim.de
… und wer nicht zum Hungermarsch kommen konnte und trotzdem spenden möchte, kann das auch direkt und online über das Betterplace Online-Spendenformular spenden (Hinweis: Spende an Betterplace selbst kann auf Null geändert werden. Die Gebühren finanzieren wir aus unserer Vereinskasse). Auch per Banküberweisung möglich auf das Spendenkonto des Ökumenischen Hungermarsch Böhl-Iggelheim e.V.,
IBAN: DE80 5479 0000 0001 3515 16 (BIC: GENODE61SPE) bei der Vereinigten VR Bank Kur- und Rheinpfalz eG.
(mel)

Zur Foto-Galerie